Von einer Bank und vom Lauschen….

Ich sitze sehr gerne am Meer. Ich gehe nicht. Ich jogge nicht. Ich meditiere auch nicht, Ich schaue. Ich lausche. Das kann ich stundenlang tun. Das Wasser verändert sich ständig, keine kleine noch große Welle sieht gleich aus.

Letztens fragte mich meine allerbeste Freundin, mit der ich vor allem meinen Glauben und mein Innerstes teile, warum ich so gerne aufs Meer schaue.
Spontan antwortet ich. „Weil ich auf die Wale warte. Sie kommen und bringen mir eine Botschaft“. Während ich das sagte, dachte ich, dass sie sicher nicht verstehen würde, was ich damit meine. Wahrscheinlich würde sie mich für total durchgeknallt halten. Andererseits wußte sie, dass ich mich mit Walen sehr verbunden fühlte.

Doch zu meinem Erstauen antwortete sie: “ Ja klar, die Wale bringen den Menschen die Botschaft, die sie brauchen, auf die sie warten, Steffi! Deshalb liebst du die Wale so sehr.“  Und dann sprudelte es nur so aus ihr heraus… : „Oh nein“, meinte sie, „ich nehme mir keine Zeit mehr, um auf der Bank zu sitzen. Ich nehme mir keine Zeit, um auf die Wale und ihre Botschaft zu warten. Weiß du was das heißt? Ich bin abgeschnitten von meinem „Ruf“, von Gottes Stimme, von der Stimme meines Herzens, meiner Intuition. Ich bin nicht mehr in Stille und habe vergessen, wo meine Bank steht. Die Bank, auf der ich sitzen und Gottes Stimme lauschen soll. Ich bin viel zu beschäftigt, laufe durch mein Leben und mache kein Pausen. Ich sitze NIE auf meiner Bank „, sagte sie völlig aufgelöst.

Am nächsten Tag rief sie mich an und wollte ein Foto kaufen, das sie in unserer Galerie gesehen hatte. Ich schenkte es ihr. Seit diesem Tag hält meine Freundin Vorträge über „ihre“ Bank und das Lauschen… Und sie hat immer das Bild auf Leinwand dabei. Denn das ist das, woran wir alle erinnert werden sollen:
„Be still and be in God“ :-).

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copyright: Udo Schroeter

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